Geschlechterstereotype in der Archäologie

Eine Kurzreflexion in Bild und Text

Edited by Laura Coltofean-Arizancu, Bisserka Gaydarska & Uroš Matić | 2026

Geschlechterstereotype in der Archäologie

Eine Kurzreflexion in Bild und Text

Edited by Laura Coltofean-Arizancu, Bisserka Gaydarska & Uroš Matić | 2026


Paperback ISBN: 9789464264159 | Imprint: Sidestone Press | Format: 200x270mm | 64 pp. | Series: HotAcademia | Language: English | 35 illus. (bw) | Keywords: gender; stereotypes; archaeology; inclusiveness; diversity | download cover | DOI: 10.59641/d30642gp

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We will plant a tree for each order containing a paperback or hardback book via OneTreePlanted.org.

Waren Männer der Urgeschichte die einzigen Jäger und haben nur sie Werkzeuge hergestellt? Waren nur Männer Träger von Kunst und Innovationen? Waren Frauen ausschließlich Sammlerinnen, an das Haus gebunden und haben sich um Kinder und Familie gekümmert? Waren alle prähistorischen Darstellungen von Frauen Muttergöttinnen? Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen in der Archäologie? Die Kurzantwort auf all diese Fragen ist die gleiche: Nein. Dies sind jedoch Beispiele für Geschlechterstereotype, denen wir in der Archäologie immer noch täglich begegnen. Sie beeinfl ussen, wie Archäolog*innen die Vergangenheit interpretieren und in der Öffentlichkeit präsentieren und auch, wie sie ihren Beruf ausüben.

Dieses Heft versteht sich als kurze, informative und kritische Antwort von Archäolog*innen auf verschiedene Geschlechterstereotype, die in der archäologischen Rekonstruktion der Vergangenheit sowie in der gegenwärtigen berufl ichen Praxis existieren. Geschlechtersensible und feministische Archäolog*innen kämpfen seit Jahrzehnten gegen Geschlechterstereotype, u.a. durch wissenschaftliche Publikationen, Museumsausstellungen und populäre Literatur. Trotz ihrer Bemühungen leben viele Stereotype weiter und gedeihen gut, sowohl in akademischen als auch in nicht-akademischen Kreisen und insbesondere in Ländern, in denen es keine archäologische Geschlechterforschung gibt oder kaum diskutiert wird. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Aufstiegs rechtsextremer oder ultrakonservativer Ideologien und Überzeugungen weltweit, versteht sich dieses Heft als zeitgemäßer und zum Nachdenken anregender Beitrag, der offen oft unangenehme Themen im Zusammenhang mit Geschlecht in der Archäologie anspricht, um das Bewusstsein sowohl unter Fachleuten als auch bei anderen, die an der Disziplin interessiert sind, zu schärfen.

Das Heft enthält 24 häufi g anzutreffende Geschlechterstereotype in der Archäologie, die in kurzen Texten von Archäolog*innen mit Fachkenntnissen über Geschlecht in der Vergangenheit und in der zeitgenössischen Archäologie erklärt und dekonstruiert werden. Die meisten dieser Archäolog*innen sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Archaeology and Gender in Europe (AGE) der European Association of Archaeologists (EAA). Die Stereotype wurden wunderschön illustriert von dem preisgekrönten serbischen Künstler Nikola Radosavljevic. Die deutsche Übersetzung verdankt sich der großzügigen Förderung durch die Katholische Erwachsenenbildung Bayern e.V.



Also available In English: Gender stereotypes in archaeology

Herausforderung des Status quo: Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen in der Archäologie
Bisserka Gaydarska, Laura Coltofean-Arizancu und Uroš Matić

Stereotyp 1 | Der Mann als Jäger und Archäologe im Feld und die Frau als Sammlerin und Labormaus
Bettina Arnold

Stereotyp 2 | Nur Frauen haben in Gesellschaften der Vergangenheit gekocht
Marga Sánchez Romero

Stereotyp 3 | Aktive Männer, passive Frauen
Bettina Arnold

Stereotyp 4 | Nur Frauen haben sich um die Alten und Kranken gekümmert
Marga Sánchez Romero

Stereotyp 5 | Nur Frauen haben sich um Kinder gekümmert
Katharina Rebay-Salisbury

Stereotyp 6 | Alle Frauen waren jung, schlank und schön, alle Männer waren jung, groß und athletisch
Brigitte Röder

Stereotyp 7 | Nur Männer waren gewalttätig
Uroš Matić

Stereotyp 8 | In der Vergangenheit konnten nur hochrangige Männer lesen und schreiben
Agnès Garcia-Ventura

Stereotyp 9 | Prähistorische Gesellschaften waren entweder matriarchal oder patriarchal
Julia K. Koch

Stereotyp 10 | Prähistorische weibliche Darstellungen zeigen Muttergöttinnen
Bisserka Gaydarska

Stereotyp 11 | Familien bestanden immer aus Vater, Mutter und Kindern
Julia K. Koch

Stereotyp 12 | Wurden zwei Frauen zusammen bestattet, so waren dies die Herrin und ihre Dienerin
Julia K. Koch

Stereotyp 13 | Biologisches und soziales Geschlecht sind dasselbe
Katharina Rebay-Salisbury

Stereotyp 14 | Geschlecht ist binär
Sandra Montón-Subías

Stereotyp 15 | Es gibt nur zwei Geschlechter
Pamela L. Geller

Stereotyp 16 | „Gender“ ist universell
Alice B. Kehoe

Stereotyp 17 | Gender ist eine Ideologie – auch in der Gender-Archäologie
Uroš Matić

Stereotyp 18 | Gender-Archäologie wird nur von Frauen und Schwulen betrieben
Rachel Pope

Stereotyp 19 | In der archäologischen Geschlechterforschung geht es nur um Frauen Doris Gutsmiedl-Schumann
Doris Gutsmiedl-Schümann

Stereotyp 20 | Gender-Archäologie braucht es inzwischen nicht mehr
Nils Müller-Scheeßel

Stereotyp 21 | Gleichgeschlechtliche Praktiken sind eine Erfindun der Moderne oder eine Störung
Uroš Matić

Stereotyp 22 | Queere Archäologie sind letztlich nur LGBTQIA+-Forschende, die sich LGBTQIA+-Personen in der Vergangenheit vorstellen
Bo Jensen

Stereotyp 23 | Frauen haben in der Archäologie die gleichen Karrierechancen wie Männer
Maria Mina

Stereotyp 24 | In der Archäologie gibt es keine Belästigung, Übergriffe, Mobbing und Einschüchterung
Laura Coltofean-Arizancu and Bisserka Gaydarska

Weiterführende Literatur
Autor*innenliste

Laura Coltofean-Arizancu

Laura Coltofean-Arizancu is a DAAD Postdoctoral Research Fellow at the Römisch-Germanische Kommission (RGK; Frankfurt am Main) of the German Archaeological Institute. Previously, she was a postdoctoral researcher (2018-2020) in the Artsoundscapes ERC Advanced Grant Project at the University of Barcelona, Spain, and a museum curator (2012-2018) at the Brukenthal National Museum in Sibiu, Romania. Since 2018, she is co-chair of the Archaeology and Gender in Europe (AGE) Community of the European Association of Archaeologists. Her major publications include Interdisciplinarity and archaeology: Scientific interactions in nineteenth- and twentieth-century archaeology (edited with Margarita Díaz-Andreu; Oxford: Oxbow Books, 2021) and Handbook of the History of Archaeology (edited with Margarita Díaz-Andreu; Oxford: Oxford University Press, forthcoming).

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Bisserka Gaydarska

Bisserka Gaydarska is an Honorary Fellow in Archaeology in the Department of Archaeology in Durham University, United Kingdom. Her major publications are Parts and wholes: fragmentation in prehistoric context (with John Chapman; Oxford: Oxbow Books, 2007) and Early urbanism in Europe: the case of the Trypillia mega-sites (author and main editor; Warsaw and Berlin: De Gruyter, 2020). Since 2019, she is co-chair of the Archaeology and Gender in Europe (AGE) Community of the European Association of Archaeologists.

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Uroš Matić

Uroš Matić has obtained his PhD from the University of Münster (Germany) in 2017 and has since lectured at the Universities of Münster, Vienna, Graz and Innsbruck. He directed several stand-alone postdoctoral projects from 2018 to 2025 and participated on archaeological excavations and in museum studies in Egypt, Sudan and Lebanon. He received two prizes for his doctoral dissertation Body and Frames of War in New Kingdom Egypt: Violent Treatment of Enemies and Prisoners (Harrassowitz, 2019): the Philippika Prize of Harrassowitz in 2018 and Best Publication Award of the Austrian Academy of Sciences in 2020.

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Coltofean-Arizancu, L., Gaydarska, B., & Matić, U. (Eds.). (2026). Geschlechterstereotype in der Archäologie. Eine Kurzreflexion in Bild und Text. Sidestone Press. https://doi.org/10.59641/d30642gp

Abstract:

Waren Männer der Urgeschichte die einzigen Jäger und haben nur sie Werkzeuge hergestellt? Waren nur Männer Träger von Kunst und Innovationen? Waren Frauen ausschließlich Sammlerinnen, an das Haus gebunden und haben sich um Kinder und Familie gekümmert? Waren alle prähistorischen Darstellungen von Frauen Muttergöttinnen? Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen in der Archäologie? Die Kurzantwort auf all diese Fragen ist die gleiche: Nein. Dies sind jedoch Beispiele für Geschlechterstereotype, denen wir in der Archäologie immer noch täglich begegnen. Sie beeinfl ussen, wie Archäolog*innen die Vergangenheit interpretieren und in der Öffentlichkeit präsentieren und auch, wie sie ihren Beruf ausüben.

Dieses Heft versteht sich als kurze, informative und kritische Antwort von Archäolog*innen auf verschiedene Geschlechterstereotype, die in der archäologischen Rekonstruktion der Vergangenheit sowie in der gegenwärtigen berufl ichen Praxis existieren. Geschlechtersensible und feministische Archäolog*innen kämpfen seit Jahrzehnten gegen Geschlechterstereotype, u.a. durch wissenschaftliche Publikationen, Museumsausstellungen und populäre Literatur. Trotz ihrer Bemühungen leben viele Stereotype weiter und gedeihen gut, sowohl in akademischen als auch in nicht-akademischen Kreisen und insbesondere in Ländern, in denen es keine archäologische Geschlechterforschung gibt oder kaum diskutiert wird. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Aufstiegs rechtsextremer oder ultrakonservativer Ideologien und Überzeugungen weltweit, versteht sich dieses Heft als zeitgemäßer und zum Nachdenken anregender Beitrag, der offen oft unangenehme Themen im Zusammenhang mit Geschlecht in der Archäologie anspricht, um das Bewusstsein sowohl unter Fachleuten als auch bei anderen, die an der Disziplin interessiert sind, zu schärfen.

Das Heft enthält 24 häufi g anzutreffende Geschlechterstereotype in der Archäologie, die in kurzen Texten von Archäolog*innen mit Fachkenntnissen über Geschlecht in der Vergangenheit und in der zeitgenössischen Archäologie erklärt und dekonstruiert werden. Die meisten dieser Archäolog*innen sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Archaeology and Gender in Europe (AGE) der European Association of Archaeologists (EAA). Die Stereotype wurden wunderschön illustriert von dem preisgekrönten serbischen Künstler Nikola Radosavljevic. Die deutsche Übersetzung verdankt sich der großzügigen Förderung durch die Katholische Erwachsenenbildung Bayern e.V.



Also available In English: Gender stereotypes in archaeology

Contents

Herausforderung des Status quo: Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen in der Archäologie
Bisserka Gaydarska, Laura Coltofean-Arizancu und Uroš Matić

Stereotyp 1 | Der Mann als Jäger und Archäologe im Feld und die Frau als Sammlerin und Labormaus
Bettina Arnold

Stereotyp 2 | Nur Frauen haben in Gesellschaften der Vergangenheit gekocht
Marga Sánchez Romero

Stereotyp 3 | Aktive Männer, passive Frauen
Bettina Arnold

Stereotyp 4 | Nur Frauen haben sich um die Alten und Kranken gekümmert
Marga Sánchez Romero

Stereotyp 5 | Nur Frauen haben sich um Kinder gekümmert
Katharina Rebay-Salisbury

Stereotyp 6 | Alle Frauen waren jung, schlank und schön, alle Männer waren jung, groß und athletisch
Brigitte Röder

Stereotyp 7 | Nur Männer waren gewalttätig
Uroš Matić

Stereotyp 8 | In der Vergangenheit konnten nur hochrangige Männer lesen und schreiben
Agnès Garcia-Ventura

Stereotyp 9 | Prähistorische Gesellschaften waren entweder matriarchal oder patriarchal
Julia K. Koch

Stereotyp 10 | Prähistorische weibliche Darstellungen zeigen Muttergöttinnen
Bisserka Gaydarska

Stereotyp 11 | Familien bestanden immer aus Vater, Mutter und Kindern
Julia K. Koch

Stereotyp 12 | Wurden zwei Frauen zusammen bestattet, so waren dies die Herrin und ihre Dienerin
Julia K. Koch

Stereotyp 13 | Biologisches und soziales Geschlecht sind dasselbe
Katharina Rebay-Salisbury

Stereotyp 14 | Geschlecht ist binär
Sandra Montón-Subías

Stereotyp 15 | Es gibt nur zwei Geschlechter
Pamela L. Geller

Stereotyp 16 | „Gender“ ist universell
Alice B. Kehoe

Stereotyp 17 | Gender ist eine Ideologie – auch in der Gender-Archäologie
Uroš Matić

Stereotyp 18 | Gender-Archäologie wird nur von Frauen und Schwulen betrieben
Rachel Pope

Stereotyp 19 | In der archäologischen Geschlechterforschung geht es nur um Frauen Doris Gutsmiedl-Schumann
Doris Gutsmiedl-Schümann

Stereotyp 20 | Gender-Archäologie braucht es inzwischen nicht mehr
Nils Müller-Scheeßel

Stereotyp 21 | Gleichgeschlechtliche Praktiken sind eine Erfindun der Moderne oder eine Störung
Uroš Matić

Stereotyp 22 | Queere Archäologie sind letztlich nur LGBTQIA+-Forschende, die sich LGBTQIA+-Personen in der Vergangenheit vorstellen
Bo Jensen

Stereotyp 23 | Frauen haben in der Archäologie die gleichen Karrierechancen wie Männer
Maria Mina

Stereotyp 24 | In der Archäologie gibt es keine Belästigung, Übergriffe, Mobbing und Einschüchterung
Laura Coltofean-Arizancu and Bisserka Gaydarska

Weiterführende Literatur
Autor*innenliste

Laura Coltofean-Arizancu

Laura Coltofean-Arizancu is a DAAD Postdoctoral Research Fellow at the Römisch-Germanische Kommission (RGK; Frankfurt am Main) of the German Archaeological Institute. Previously, she was a postdoctoral researcher (2018-2020) in the Artsoundscapes ERC Advanced Grant Project at the University of Barcelona, Spain, and a museum curator (2012-2018) at the Brukenthal National Museum in Sibiu, Romania. Since 2018, she is co-chair of the Archaeology and Gender in Europe (AGE) Community of the European Association of Archaeologists. Her major publications include Interdisciplinarity and archaeology: Scientific interactions in nineteenth- and twentieth-century archaeology (edited with Margarita Díaz-Andreu; Oxford: Oxbow Books, 2021) and Handbook of the History of Archaeology (edited with Margarita Díaz-Andreu; Oxford: Oxford University Press, forthcoming).

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Bisserka Gaydarska

Bisserka Gaydarska is an Honorary Fellow in Archaeology in the Department of Archaeology in Durham University, United Kingdom. Her major publications are Parts and wholes: fragmentation in prehistoric context (with John Chapman; Oxford: Oxbow Books, 2007) and Early urbanism in Europe: the case of the Trypillia mega-sites (author and main editor; Warsaw and Berlin: De Gruyter, 2020). Since 2019, she is co-chair of the Archaeology and Gender in Europe (AGE) Community of the European Association of Archaeologists.

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Uroš Matić

Uroš Matić has obtained his PhD from the University of Münster (Germany) in 2017 and has since lectured at the Universities of Münster, Vienna, Graz and Innsbruck. He directed several stand-alone postdoctoral projects from 2018 to 2025 and participated on archaeological excavations and in museum studies in Egypt, Sudan and Lebanon. He received two prizes for his doctoral dissertation Body and Frames of War in New Kingdom Egypt: Violent Treatment of Enemies and Prisoners (Harrassowitz, 2019): the Philippika Prize of Harrassowitz in 2018 and Best Publication Award of the Austrian Academy of Sciences in 2020.

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