Abstract:
Die römischen Siedlungen und Kastellstandorte entlang des niedergermanischen Limes gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der römischen Epoche in Westeuropa und gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe.
In den Jahren 2017 und 2018 fanden in Krefeld-Gellep, nördlich des römischen Kastells großflächige Ausgrabungen statt. Im Rahmen dieser archäologischen Untersuchungen konnten Reste des vorrömischen und römischen Gräberfeldes, zahlreiche Spuren der Bataverschlacht von 69 n.Chr. jedoch vor allem der gesamte römische Vicus erforscht werden. Mit zahlreichen Streifenhäusern, großformatigen Hallenbauten, einer Mansio und einem kleinen Heiligtum stellt die Siedlung einen der wenigen vollständig erforschten römischen Kastellvici am niedergermanischen Limes dar.
Der gut erhaltene Töpfereibetrieb, eine metallverarbeitende Fabrica, eine Räucherkammer, eine Darre, sowie zahlreicher Einzelfunde erlauben es tiefergehende Einblicke in das alltägliche Handwerk und Gewerbe einer römischen Siedlung zu gewinnen. Die vielen Fundstücke zeigen zudem deutlich die enge Verbindung zwischen dem zivilen Leben innerhalb des Vicus und dem militärischen Dienst des südlich angrenzenden Kastells.
Mit der Aufarbeitung der römischen Münzen sowie der Fibeln aus der Grabung konnten außerdem gleich zwei wichtige Fundgattungen detailliert aufgearbeitet werden und ergänzen das Bild welches wir von dieser Siedlung zeichnen können.
Somit bildet der Nordvicus von Krefeld-Gellep einen außergewöhnlich vollständig untersuchten Fundplatz am Weltkulturerbe niedergermanischer Limes und ergänzt unser Wissen über das Leben an der römischen Reichsgrenze.
English abstract
In 2017 and 2018, extensive excavations took place north of the Roman fort in Krefeld-Gellep. As part of these archaeological investigations, the entire northern Roman vicus was explored. With its numerous stripehouses, large-scale barn buildings, a mansio and a small sanctuary, the settlement represents one of the few fully excavated Roman military vicus sites along the Lower German Limes.
Different workshops and numerous individual finds provide deep insights into the everyday crafts and trades of a Roman settlement. The many artefacts also clearly demonstrate the close connection between civilian life within the vicus and the military service of the fort to the south.
Furthermore, the analysis of the Roman coins and fibulae from the excavation has enabled two important categories of finds to be studied in detail, thereby complementing the picture we can paint of this settlement.
Contents
Siedlungsstrukturen, Handwerk und Gewerbe in der nördlichen Zivilsiedlung von Gelduba
Eric Sponville
Die Fundmünzen aus dem Nordvicus von Krefeld-Gellep
Viktoria Appel
Die Fibeln aus dem Nordvicus von Krefeld-Gellep
Linda Marie Reckmann