Stadterweiterungen und urbane Dynamik im Mittelalter
Edited by Gerald Schwedler & Ulrich Müller | Forthcoming
Stadterweiterungen und urbane Dynamik im Mittelalter
Edited by Gerald Schwedler & Ulrich Müller | Forthcoming
Paperback ISBN: 9789464271836 | Hardback ISBN: 9789464271843 | Imprint: Sidestone Press Academics | Format: 210x280mm | ca. 300 pp. | ROOTS Studies 13 | Series: ROOTS Studies | Language: German | 32 illus. (bw) | 73 illus. (fc) | Keywords: Medieval town; extensions; town walls; growth; middle ages; archaeology | download cover | DOI: 10.59641/ccc367fo | CC-license: CC BY 4.0
Publication date: 04-03-2027
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Paperback ISBN: 9789464271836 | Hardback ISBN: 9789464271843 | Imprint: Sidestone Press Academics | Format: 210x280mm | ca. 300 pp. | ROOTS Studies 13 | Series: ROOTS Studies | Language: German | 32 illus. (bw) | 73 illus. (fc) | Keywords: Medieval town; extensions; town walls; growth; middle ages; archaeology | download cover | DOI: 10.59641/ccc367fo | CC-license: CC BY 4.0
Publication date: 04-03-2027
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Die Vielzahl und Dimensionierungen der Stadterweiterungen im späteren Mittelalter lassen Aufbruchstimmung und Zukunftsoptimismus erkennen. Trotz geringer Ressourcen wurden Vergrößerungen und Erweiterungen großflächig und auf erheblichen Zuwachs angelegt. Erweiterungsprozesse zogen sich in der Regel über Jahrzehnte hin, wobei die auftretenden Strukturveränderungen nur interdisziplinär zu erfassen sind. Der materielle „Fußabdruck“ dieser komplexen Vorgänge sind neue Mauern, Straßen und Gebäude, mitunter sogar Gebäudetypen. Politisch und rechtlich erforderten Stadterweiterungen vor allem die Integration des „Neuen“ und die jeweilige Aushandlung von privilegierten und hinzukommenden Rechtspositionen. Konkurrierende korporative Rechte waren in Einklang zu bringen; Altstädte, Altstadterweiterungen, „Neustädte“ oder auch Vorstädte mussten politisch, sozial und ökonomisch funktional interagieren können. So finden Erweiterungen ihren Ausdruck von unterschiedsloser Integration des neuen Stadtteils bis hin zu komplexen Verfassungskonstrukten wie den rechtlich und bisweilen auch räumlich getrennten Doppel- oder Mehrfachstädten. Die vielfältigen Formen und Abstufungen, auf die man sich vorübergehend oder auf lange Dauer angelegt einigen konnte, deuten darauf hin, dass urbane Wachstumsprozesse nicht auf Vergrößerung oder Verbesserung reduziert werden können, sondern auch stets von Konflikten und Konsenssuchen begleitet waren.
Im Band werden Perspektiven entwickelt, um Stadterweiterungen im Hinblick auf Topographie, Architektur, Verfassung, Wirtschaft und Alltagskultur zu analysieren und interdisziplinär zusammenzuführen, aber auch um einzelne Fälle und „Cluster-Einzelfälle“ in größere Konjunkturen und Aufschwungsphasen einzuordnen.
English abstract
The number and scale of urban expansions in the later Middle Ages reveal a sense of new beginnings and optimism about the future. Despite limited resources, enlargements and extensions were planned on a large scale and aimed at substantial growth. Expansion processes generally unfolded over decades, and the structural transformations that occurred can only be fully understood through an interdisciplinary approach. The material “footprint” of these complex processes consists of new walls, streets, and buildings, and sometimes even entirely new building types.
Politically and legally, urban expansions above all required the integration of the “new” and the negotiation of both existing privileges and newly emerging legal positions. Competing corporate rights had to be reconciled; old towns, extensions of old towns, “new towns,” or suburbs had to be able to interact functionally in political, social, and economic terms. Thus, expansions ranged from the seamless integration of a new district into the existing city to complex constitutional arrangements such as legally – and sometimes spatially – separate twin or multiple cities.
The diverse forms and gradations of arrangements that could be agreed upon, either temporarily or for the long term, indicate that processes of urban growth cannot be reduced simply to enlargement or improvement; they were always accompanied by conflicts and by efforts to reach consensus.
This volume develops perspectives for an analysis of urban expansions in terms of topography, architecture, constitutional structures, economy and everyday culture, bringing these aspects together in an interdisciplinary framework. It also seeks to situate individual cases and clusters of cases within broader cycles and phases of urban expansion and economic growth.
Stadterweiterungen im Mittelalter. Phänomene, Dynamiken, Deutungen
Ulrich Müller und Gerald Schwedler
Urbane Dynamik im Mittelalter. Archäologische und historisch-topographische Beobachtungen zu Stadterweiterung und zum Verhältnis von Innen und Außen
Matthias Untermann
Von der „Vor“-Stadt zur Vorstadt. Die mittelalterliche städtebauliche Entwicklung Freiburgs i. Br. im Vergleich
Armand Baeriswyl
Gewachsen am Widerstand: Stadterweiterung und Konflikte im Florenz des 13. Jahrhunderts
Mathias Franc Kluge
Östliches Mitteleuropa – Stadtgründungen und „planmäßiger“ Ausbau. Raumentwicklung von Prag, Breslau und Krakau bis zum Ende des Mittelalters
Jerzy Piekalski
Vorstadtklöster als Urbanisierungskerne. Beobachtungen zum Wachstum von Paris (12.–14. Jahrhundert)
Jörg Oberste
Stadterweiterungen in Ungarn im 14. Jahrhundert. Königliche Städte und Bischofsstädte im Vergleich
Katalin Szende
Von Einheit und Vielfalt. Die Stadterweiterungen Braunschweigs vor dem Hintergrund des Verhältnisses von Weichbilden und Gesamtstadt
Henning Steinführer
Stadtwüstungen und städtische Wüstungsprozesse in Westfalen-Lippe – Einordnung und Potentiale einer besonderen Denkmalgattung
Kim Wegener und Andreas Wunschel
Zwischen früher Erweiterung und großzügiger Planung. Stadterweiterungen und ihr Ausbleiben in den Städten der mittelalterlichen Ober- und Niederlausitz
Max Grund
Stadterweiterungen und urbane Dynamik im Mittelalter. Planmäßige Nachverdichtung der mittelalterlichen Stadtverwaltung Brandenburg, Stadt Brandenburg an der Havel
Joachim Müller
Erweiterungen von Residenzstädten im späten Mittelalter
Sven Rabeler
Empty peripheries: Between image and reality of urban spaces in extended parts of medieval towns
Paweł Cembrzyński and Maciej T. Radomski
Suburbs and town expansion in the Middle Ages: Bohemian and Moravian towns and the case of Stříbro
Martin Nodl
Hafenviertel und Gartenstadt: Antwerpen um 1550
Caecilie Weissert
Stadterweiterungen – Zusammenfassende Überlegungen
Sebastian Brather
Prof. Dr. Gerald Schwedler
Gerald Schwedler studied history, historical auxiliary sciences, English and philosophy at the universities of Salzburg, Oxford, Rome and Heidelberg. In 2006, he received his doctorate from the University of Heidelberg with the dissertation “Herrschertreffen des Spätmittelalters”. He completed his habilitation at the University of Zurich in 2016 with a habilitation thesis titled: “Vergessen, Verändern, Verschweigen und damnatio memoriae im frühen Mittelalter”. He has been teaching at the Universities of Zurich, Constance and Heidelberg. Since 2018, he has been awarded full Professor of Late Medieval History and Economic and Social History at Kiel University.
Prof. Dr. Ulrich Müller
Ulrich Müller studied Pre- and Protohistoric Archaeology, History, and Geography at the universities of Kiel, Mainz, and Konstanz. He received his doctorate from Kiel University in 1992 with a dissertation on wooden artefacts from Konstanz and Freiburg. In 2000, he completed his habilitation at the University of Greifswald with a study on the semiotics of medieval hand-washing equipment. He subsequently worked as an archaeologist in Lübeck and held teaching positions at the universities of Greifswald, Freiburg, and Bergen. Since 2004, he has been Full Professor of Historical Archaeology at Kiel University.
Schwedler, G., & Müller, U. (Eds.). (in press). Stadterweiterungen und urbane Dynamik im Mittelalter. ROOTS Studies 13. Sidestone Press. https://doi.org/10.59641/ccc367fo
Abstract:
Die Vielzahl und Dimensionierungen der Stadterweiterungen im späteren Mittelalter lassen Aufbruchstimmung und Zukunftsoptimismus erkennen. Trotz geringer Ressourcen wurden Vergrößerungen und Erweiterungen großflächig und auf erheblichen Zuwachs angelegt. Erweiterungsprozesse zogen sich in der Regel über Jahrzehnte hin, wobei die auftretenden Strukturveränderungen nur interdisziplinär zu erfassen sind. Der materielle „Fußabdruck“ dieser komplexen Vorgänge sind neue Mauern, Straßen und Gebäude, mitunter sogar Gebäudetypen. Politisch und rechtlich erforderten Stadterweiterungen vor allem die Integration des „Neuen“ und die jeweilige Aushandlung von privilegierten und hinzukommenden Rechtspositionen. Konkurrierende korporative Rechte waren in Einklang zu bringen; Altstädte, Altstadterweiterungen, „Neustädte“ oder auch Vorstädte mussten politisch, sozial und ökonomisch funktional interagieren können. So finden Erweiterungen ihren Ausdruck von unterschiedsloser Integration des neuen Stadtteils bis hin zu komplexen Verfassungskonstrukten wie den rechtlich und bisweilen auch räumlich getrennten Doppel- oder Mehrfachstädten. Die vielfältigen Formen und Abstufungen, auf die man sich vorübergehend oder auf lange Dauer angelegt einigen konnte, deuten darauf hin, dass urbane Wachstumsprozesse nicht auf Vergrößerung oder Verbesserung reduziert werden können, sondern auch stets von Konflikten und Konsenssuchen begleitet waren.
Im Band werden Perspektiven entwickelt, um Stadterweiterungen im Hinblick auf Topographie, Architektur, Verfassung, Wirtschaft und Alltagskultur zu analysieren und interdisziplinär zusammenzuführen, aber auch um einzelne Fälle und „Cluster-Einzelfälle“ in größere Konjunkturen und Aufschwungsphasen einzuordnen.
English abstract
The number and scale of urban expansions in the later Middle Ages reveal a sense of new beginnings and optimism about the future. Despite limited resources, enlargements and extensions were planned on a large scale and aimed at substantial growth. Expansion processes generally unfolded over decades, and the structural transformations that occurred can only be fully understood through an interdisciplinary approach. The material “footprint” of these complex processes consists of new walls, streets, and buildings, and sometimes even entirely new building types.
Politically and legally, urban expansions above all required the integration of the “new” and the negotiation of both existing privileges and newly emerging legal positions. Competing corporate rights had to be reconciled; old towns, extensions of old towns, “new towns,” or suburbs had to be able to interact functionally in political, social, and economic terms. Thus, expansions ranged from the seamless integration of a new district into the existing city to complex constitutional arrangements such as legally – and sometimes spatially – separate twin or multiple cities.
The diverse forms and gradations of arrangements that could be agreed upon, either temporarily or for the long term, indicate that processes of urban growth cannot be reduced simply to enlargement or improvement; they were always accompanied by conflicts and by efforts to reach consensus.
This volume develops perspectives for an analysis of urban expansions in terms of topography, architecture, constitutional structures, economy and everyday culture, bringing these aspects together in an interdisciplinary framework. It also seeks to situate individual cases and clusters of cases within broader cycles and phases of urban expansion and economic growth.
Contents
Stadterweiterungen im Mittelalter. Phänomene, Dynamiken, Deutungen
Ulrich Müller und Gerald Schwedler
Urbane Dynamik im Mittelalter. Archäologische und historisch-topographische Beobachtungen zu Stadterweiterung und zum Verhältnis von Innen und Außen
Matthias Untermann
Von der „Vor“-Stadt zur Vorstadt. Die mittelalterliche städtebauliche Entwicklung Freiburgs i. Br. im Vergleich
Armand Baeriswyl
Gewachsen am Widerstand: Stadterweiterung und Konflikte im Florenz des 13. Jahrhunderts
Mathias Franc Kluge
Östliches Mitteleuropa – Stadtgründungen und „planmäßiger“ Ausbau. Raumentwicklung von Prag, Breslau und Krakau bis zum Ende des Mittelalters
Jerzy Piekalski
Vorstadtklöster als Urbanisierungskerne. Beobachtungen zum Wachstum von Paris (12.–14. Jahrhundert)
Jörg Oberste
Stadterweiterungen in Ungarn im 14. Jahrhundert. Königliche Städte und Bischofsstädte im Vergleich
Katalin Szende
Von Einheit und Vielfalt. Die Stadterweiterungen Braunschweigs vor dem Hintergrund des Verhältnisses von Weichbilden und Gesamtstadt
Henning Steinführer
Stadtwüstungen und städtische Wüstungsprozesse in Westfalen-Lippe – Einordnung und Potentiale einer besonderen Denkmalgattung
Kim Wegener und Andreas Wunschel
Zwischen früher Erweiterung und großzügiger Planung. Stadterweiterungen und ihr Ausbleiben in den Städten der mittelalterlichen Ober- und Niederlausitz
Max Grund
Stadterweiterungen und urbane Dynamik im Mittelalter. Planmäßige Nachverdichtung der mittelalterlichen Stadtverwaltung Brandenburg, Stadt Brandenburg an der Havel
Joachim Müller
Erweiterungen von Residenzstädten im späten Mittelalter
Sven Rabeler
Empty peripheries: Between image and reality of urban spaces in extended parts of medieval towns
Paweł Cembrzyński and Maciej T. Radomski
Suburbs and town expansion in the Middle Ages: Bohemian and Moravian towns and the case of Stříbro
Martin Nodl
Hafenviertel und Gartenstadt: Antwerpen um 1550
Caecilie Weissert
Stadterweiterungen – Zusammenfassende Überlegungen
Sebastian Brather
Prof. Dr. Gerald Schwedler
Gerald Schwedler studied history, historical auxiliary sciences, English and philosophy at the universities of Salzburg, Oxford, Rome and Heidelberg. In 2006, he received his doctorate from the University of Heidelberg with the dissertation “Herrschertreffen des Spätmittelalters”. He completed his habilitation at the University of Zurich in 2016 with a habilitation thesis titled: “Vergessen, Verändern, Verschweigen und damnatio memoriae im frühen Mittelalter”. He has been teaching at the Universities of Zurich, Constance and Heidelberg. Since 2018, he has been awarded full Professor of Late Medieval History and Economic and Social History at Kiel University.
Prof. Dr. Ulrich Müller
Ulrich Müller studied Pre- and Protohistoric Archaeology, History, and Geography at the universities of Kiel, Mainz, and Konstanz. He received his doctorate from Kiel University in 1992 with a dissertation on wooden artefacts from Konstanz and Freiburg. In 2000, he completed his habilitation at the University of Greifswald with a study on the semiotics of medieval hand-washing equipment. He subsequently worked as an archaeologist in Lübeck and held teaching positions at the universities of Greifswald, Freiburg, and Bergen. Since 2004, he has been Full Professor of Historical Archaeology at Kiel University.
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